MCOE

Können Sie es sich leisten, sich nicht blicken zu lassen?

News

DIE UNENDLICHE GESCHICHTE DER BESTEUERUNG VON WERBELEISTUNGEN

Autor: Niko Pabst

Nicht nur, dass es sich bei der Werbeabgabe um ein österreichisches Spezifkum handelt, so stellt sich aufgrund der Höhe des Aufkommens und der unklaren Verwendung natürlich auch die Frage der Sinnhaftigkeit. Aber worum geht es eigentlich?

ANWENDUNGSBEREICH

Ganz grundsätzlich handelt es sich um ein sehr schlankes Gesetz, welches mit gerade sieben Paragraphen auskommt.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) führt auf seiner Homepage zu den steuerbaren Vorgängen des Werbeabgabege- setzes (WerbeAbgG) wie folgt aus:

Als Werbeleistungen gelten:

  • die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Druckwerken im Sinne des Mediengesetzes,
  • die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Hörfunk und Fernsehen sowie
  • die Duldung der Benützung von Flächen und Räumen zur Verbreitung von Werbebotschaften.

Nicht als Werbeleistung gilt jedoch:
Die mediale Unterstützung gemäß § 17 Abs. 7 des Glückspielgesetzes. Nicht der Werbeabgabe unterliegt die Werbung im Internet.“

Es versteht sich fast von selbst, dass diese Defnition viele Fragen offen lässt. Anhand von drei konkreten Fällen sollen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Werbeabgabegesetzes beleuchtet werden.

PROBLEMFÄLLE

a) Online-Werbung

Nachdem diese nicht unter die drei Steuertatbestände subsumiert werden kann, verweist sogar das BMF auf deren Nichtsteuerbarkeit und dies obwohl es sich um ein rasant wachsendes Medium handelt. Die Kritik an dieser Ungleichbehandlung ist verständlich.

b) Werbekostenzuschüsse

Diese werden in der Praxis häufig auch als Druckkostenbeiträge bezeichnet. Es bedurfte einer höchstgerichtlichen Entscheidung, um eine Klärung der Steuerpflicht dieser Beiträge herbeizuführen. Der Verwaltungsgerichtshof hat am 26.3.2015 (2013/17/0093) folgende Entscheidung getroffen:

„Zur Prüfung der Frage, welches Entgelt für die Veröffentlichung von Werbebotschaften geleistet wird, ist darauf abzustellen, welche Leistung dem Werbeinteressenten von seinem Auftragnehmer für die Veröffentlichung in Rechnung gestellt wird. Leistet der Werbeinteressent ein Entgelt (nur) für die Herstellung des Werbematerials, übernimmt er aber dessen Veröffentlichung selbst, dann liegt keine steuerbare Werbeleistung vor. Leistet aber der Werbeinteressent (Auftraggeber) ein Entgelt für die Veröffentlichung (§ 1 Abs 2 Z 1 WerbeAbgG), liegt ein nach dem Wer- beabgabegesetz steuerbarer Vorgang vor.“

c) Gemeinnützige Einrichtungen

Im Gegensatz zur Stammfassung enthält § 1 Abs. 3 WerbeAbgG keine Befreiung mehr für gemeinnützige Einrichtungen. 


Den vollständigen Artikel unseres Vorstandsmitglieds Dieter Welbich aus der Fachzeitschrift Wirtschaftstreuhänder finden Sie hier!

Über den Autor

Niko Pabst

Niko Pabst ist Vorstandsmitglied und ab 2018 Geschäftsführer des Marketing Clubs Österreich. Als studierter Marketer blickt Niko Pabst auf über 15 Jahre Erfahrung in der Kommunikationsbranche zurück - u.a. bei Mondelez, der Agentur Sellinnx, bei seiner Agentur77, als Leiter des Business Development Bereichs im DACH Raum bei kununu und bei Create Connections. Momentan widmet er sich vorrangig um seine neu gegründete Agentur "Freudebringer".